Unsere Forderungen
Deutschland verfügt immer noch über eines der besten Gesundheitssysteme der Welt. Doch um die solidarische GKV auch zukunftssicher zu machen, bedarf es nachhaltiger Reformen. Der demographische Wandel und der rasante medizinische Fortschritt, aber auch die zunehmende Einnahmeschwäche sind große Herausforderungen, denen es mit intelligenten Ansätzen zu begegnen gilt. So kann und darf sich eine solidarische Krankenversicherung Intransparenz und Ineffizienz nicht mehr leisten. Schon lange versuchen Experten und Verantwortliche diese Defizite zu beseitigen – der große Wurf blieb bisher aus. Die aktuelle Bundesregierung strebt einen Kurswechsel im deutschen Gesundheitswesen an. Sie will unter anderem die Beitragsautonomie der Krankenkassen wieder stärken und die bestehende Finanzierung durch ein System von einkommensunabhängigen Beiträgen mit sozialem Ausgleich ablösen.
Als IKK e.V., die Interessenvertretung der Innungskrankenkassen auf Bundesebene, plädieren wir für eine nachhaltige Reform „aus einem Guss“ und erteilen einer „FlickenteppichReform“ eine klare Absage. So begrüßen wir, dass die gesetzlichen Krankenkassen wieder mehr Spielraum bei der Festsetzung der Beiträge bekommen sollen. Jedoch warnen wir vor regionalen Differenzierungsmöglichkeiten im Rahmen des bestehenden Ausgleichssystems, die zu nicht vorhersehbaren Verwerfungen innerhalb der GKV führen könnten. Darüber hinaus ist für uns eine interessengerechte wie sozial ausgewogene Finanzierung unverzichtbar.
Aus unserer Sicht gilt es zudem, den Wettbewerb mit besseren Ergebnissen für eine gute und effiziente Versorgung auszubauen. Hierzu gehört unter anderem, dass wirklich neue Behandlungsmethoden, Produkte oder Arzneimitteltherapien den Patienten schneller zugänglich werden. Und Prozess sowie Produktinnovationen sollten nicht nur unter dem kurzfristigen Kostenaspekt, sondern vor allem unter dem nutzbringenden Fortschrittsaspekt gesehen werden.
Insgesamt unterstützen die Innungskrankenkassen den Ansatz, den (Vertrags)Wettbewerb in der GKV zu stärken. Hierfür bedarf es aber eines konsistenten Ordnungsrahmens, der die besonderen Belange der sozialen Krankenkenversicherung berücksichtigt.
Mit dem Positionspapier aus dem April 2010 wollen wir unseren Teil zur Diskussion beitragen und Anstoß geben, sich mit den anstehenden Veränderungsprozessen und deren Notwendigkeiten auseinanderzusetzen. Zum Wohle der Leistungserbringer und der Kostenträger sowie der Beitragszahler und der Versicherten. Vor allem aber zum Wohle der Patienten.
