Betriebliche Gesundheitsförderung
Der IKK e.V. will, dass Betriebliche Gesundheitsförderung aus dem Schattendasein der weichen Faktoren heraustritt und ihre Wirksamkeit kurz- und mittelfristig durch nachvollziehbare Daten belegt. Wir wollen in Handwerk, Handel und Mittelstand ein betriebliches Gesundheitsmanagement integrieren, bei dem die Effizienz des Betriebes auch begründet ist durch Messgrößen des Produktionsfaktors Gesundheit.
Der Krankenstand der IKK-Pflichtversicherten im Handwerk ist zwar im Jahr 2007 um 0,1 Prozentpunkte leicht angestiegen. Mit 3,9 Prozent liegt er aber immer noch unter der 4-Prozent-Marke. Seit dem Jahr 2001 ist der Krankenstand kontinuierlich gesunken. Damals betrug er 5,1 Prozent und sank bis zum Jahre 2006 auf 3,8 Prozent. Ein Krankheitsfall dauert im Durchschnitt 11,7 Tage. Ein Mitarbeiter, der an einer Muskel- und Skeletterkrankung leidet, fällt aber durchschnittlich 16,7 Tage aus. Ein Krankheitsfall, der durch psychische Erkrankungen bedingt ist, dauert sogar 24,2 Tage.
Nehmen wir nun an, wir könnten als Kleinunternehmen mit 5 Mitarbeitern einen Krankheitsfall bei Muskel- und Skeletterkrankungen verhindern. Für einen solchen Betrieb ist dies bares Geld. Nach Daten des statistischen Bundesamtes kostet ein Krankheitstag je nach Branche zwischen 130 und 180 Euro, im Maschinenbau muss man sogar mit 200 Euro rechnen. Das macht bei einer Rückenerkrankung mit 16 Tagen Ausfallzeit zwischen 2.080 und 2.880 Euro. Im Falle einer psychischen Erkrankung sind es sogar Beträge zwischen 3.120 und 4.320 Euro.
Sowohl Rückenerkrankungen als auch beispielsweise depressive Erkrankungen sind häufig chronisch und somit regelmäßig wiederkehrende Erscheinungen. Die Einsparungen zwischen 2.000 und 4.300 Euro wären also keine einmaligen, sondern kontinuierlich wiederkehrende Einsparungen für das Unternehmen.
Hinzu kommt, dass Wohlbefinden und Lebensqualität des Mitarbeiters sich deutlich erhöhen, was unmittelbare Auswirkungen auf die Produktivität hat, das Unternehmen keine Auftragsausfälle verzeichnen muss und die übrigen Beschäftigten keine Mehrbelastungen haben. Dies ist für Kleinbetriebe mehr als für Großbetriebe von immenser Wichtigkeit.
