Kernforderung 3

Beratungsrechte stärken – Versicherte und Patienten befähigen

Die Bundesregierung hat in den vergangenen zwei Legislaturperioden die Patienten und ihre (Selbstbestimmungs-) Rechte immer wieder in den Mittelpunkt ihrer Politik gestellt. Dennoch gibt es aus Sicht des IKK e.V. auch in der kommenden Legislaturperiode noch viel zu tun.

Der Schutz der Sozialdaten ist ein hohes Gut. Die Versicherten müssen sich auf den Schutz ihrer gesundheitsbezogenen Daten verlassen können und selbstbestimmt über ihre Daten und deren Verwendung entscheiden. Zur effektiven Gestaltung der Versorgung kann aber auch ein Austausch von Daten zwischen Versicherten, Krankenkassen und Leistungserbringern sinnvoll und notwendig sein. So zum Beispiel im Bereich Entlass- oder Krankengeldmanagement. Zu beiden Themen hat der Gesetzgeber mit dem GKV-Versorgungsstärkungsgesetz in der 18. Legislaturperiode Änderungen vorgenommen. Beide Regelungen greifen allerdings aus Sicht der Innungskrankenkassen in ihrer Ausgestaltung zu kurz.

Krankenkassen sehen ihre Aufgabe in der Unterstützung der Versicherten. Nicht erst, wenn der Leistungsfall bereits eingetreten ist oder wenn der Versicherte sich an seine Kasse wendet. Eine Erweiterung der Handlungsmöglichkeiten der Krankenkassen in Bezug auf Kontaktaufnahme und – mit Einwilligung des Versicherten – Datenerhebung, -speicherung und -nutzung würde eine proaktive Rolle der Kassen ermöglichen und somit auch denen eine Beratung zukommen lassen, die aufgrund verschiedener Bedingungen jetzige Beratungsoptionen nicht wahrnehmen (können). Die Krankenkassen wollen und müssen in der Lage sein, den gesteigerten Wissens- bzw. Beratungsbedarf ihrer Versicherten zu entsprechen. Eine gezielte, auf die Versorgungsituation des einzelnen Versicherten abgestimmte Ansprache ist hierfür unerlässlich.

Zur Erfüllung ihrer Beraterrolle müssen die Gesetzlichen Krankenkassen daher offiziell legitimiert werden eine aktive, individuelle Kommunikation zu ihren Versicherten bezogen auf die im SGB V definierten Leistungen aufzunehmen. Das Beratungsangebot der Krankenkassen für die Versicherten sollte dabei freiwillig ausgestaltet sein und den entsprechenden datenschutzrechtliche Bestimmungen entsprechen sowie im Sinne des § 1 SGB V zur Erhaltung, Wiederherstellung oder Verbesserung des Gesundheitszustandes beitragen.

Zur Wahrnehmung ihrer Beratungsaufgaben ist die Zusammenführung der notwenigen Daten durch die Kassen unerlässlich. Dies sollte den Gesetzlichen Krankenkassen explizit erlaubt sein. Zudem sollte vom Gesetzgeber sichergestellt werden, dass ihnen bei Zuweisung von Aufgaben auch die Möglichkeit gegeben wird, die für die Aufgabenerfüllung erforderlichen Daten mit Einwilligung des Versicherten zu erheben, zu speichern und zu nutzen.

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