Versorgung im ländlichen Raum

„Eine gute Gesundheitsversorgung auf dem Land – das ist ein wichtiges Ziel der Gesundheitspolitik in Sachsen-Anhalt. Wenn das gelingen soll, brauchen wir zum einen Maßnahmen, die dem Landarztmangel entgegen wirken. In Sachsen-Anhalt werden zum Herbst die ersten Studienplätze im Rahmen der „Landarztquote“ vergeben. Die Bewerbungsfrist läuft noch bis Ende März. Das ist ein neuer Bestandteil in einem Maßnahmenpaket, das in den vergangenen Jahren immer wieder ergänzt wurde.

Daneben geht es um die Sicherung einer flächendeckenden sektorenübergreifenden medizinischen Versorgung. Es braucht ein neues Miteinander von ambulanter und stationärer Versorgung. Der Sachverständigenrat zur Begutachtung der Entwicklung im Gesundheitswesen hat bereits im Jahre 2014 in seinem Gutachten zur „Bedarfsgerechte Versorgung - Perspektiven für ländliche Regionen und ausgewählte Leistungsbereiche“ die Idee Lokaler Gesundheitszentren propagiert. Plädiert wurde schon damals für Lokale Gesundheitszentren, die ambulante und stationäre Versorgung unter einem Dach anbieten können. Das sollte auch Angebote der stationären und ambulanten Kurzzeit- oder Langzeitpflege und etwa geriatrische Tageskliniken umfassen. Auch weitere Gesundheitseinrichtungen könnten integriert oder assoziiert worden.

Ich halte dieses Konzept für gut. Allerdings passt der gesetzliche Rahmen derzeit nicht. Es fehlt eine grundlegende Gesetzesreform, um eine sektorenübergreifende Versorgung zu gewährleisten, bei der auch tatsächlich die Versorgung der Patientinnen und Patienten im Vordergrund steht. Ich setze darauf, dass sich das jetzt ändert.

Eine Bund-Länder-AG arbeitet unter Mitwirkung von Sachsen-Anhalt an Lösungsvorschlägen für eine verbesserte Zusammenarbeit und eine bessere Vernetzung der Versorgungsbereiche. Das Bundesgesundheitsministerium will dazu in Kürze einen Referentenentwurf vorlegen. Das sollte Wege öffnen, damit das Konzept vom Lokalen Gesundheitszentrum dort umgesetzt werden kann, wo es diese neue Form braucht.

Zur Person

Petra Grimm-Benne

stellv. Ministerpräsidentin und Ministerin für Arbeit, Soziales und Integration des Landes Sachsen-Anhalt