08.09.2017   Mitglieds-IKKn

Gesundheitsnetz Rhein-Neckar e.V. und IKK Südwest / Modellprojekt HPV-Impfungen an Grundschulen für Preis nominiert

Saarbrücken, – Ein Modellprojekt zum Angebot einer freiwilligen Schulimpfung gegen HPV-Viren an südhessischen Grundschulen, an dem auch die IKK Südwest als Kooperationspartner beteiligt ist, wurde jetzt in München beim MSD Gesundheitspreis 2017 unter die zehn Besten gewählt.

An Gebärmutterhalskrebs erkranken allein in Deutschland jährlich etwa 5.000 Frauen; fast 1.600 sterben daran. Zudem müssen bundesweit mehr als 90.000 Frauen pro Jahr operiert werden, um Vorstufen dieser Krebsart zu entfernen. Vielen Frauen könnte dieses Schicksal künftig erspart bleiben, wenn sie rechtzeitig gegen Humane Papillomviren (HPV) geimpft würden. Sie sind der Hauptauslöser für Gebärmutterhalskrebs. Die HPV-Impfrate in Deutschland ist ziemlich gering; nur jedes dritte Mädchen wird vollständig geimpft, in Hessen sogar nur jedes fünfte.

Diese problematische Impfsituation veranlasste den gemeinnützigen Verein Gesundheitsnetz Rhein-Neckar e.V. aus Mannheim zusammen mit seinen Unterstützern zum Handeln: 2015 startete an sechs Pilotschulen im Kreis Bergstraße, Südhessen, ein HPV-Impfprojekt. Langfristiges Ziel des Projektes ist eine Verdopplung der HPV-Impfrate innerhalb der nächsten 10 Jahre in Deutschland. Das würde allein in der Rhein-Neckar-Region rund 200 Leben retten, 600 Krebsneuerkrankungen verhindern und mehr als 10.000 Operationen vermeiden.

Das Modellprojekt setzt bei Grundschülerinnen in der 4. Klasse an. Bei Elternabenden zu Beginn des neuen Schuljahres informieren Fachärzte ausführlich über die Impfung und beantworten alle Fragen zur Wirksamkeit und möglichen Risiken.

Aus über 40 Bewerbungen war das Projekt eines von zehn Nominierten für den MSD Gesundheitspreis 2017. Dr. Lutz Hager, Geschäftsführer der IKK Südwest: „Die Nominierung ermutigt uns, die Arbeit des Modellprojekts in der Region auch weiterhin zu unterstützen und uns dafür zu engagieren, dass diese Impfungen auf Landes- und Bundesebene umgesetzt werden. Es ist ein Erfolg für die Menschen dort und es ist zu hoffen,  dass auf diese Weise viele Frauen gesund bleiben.“

Mehr Infos unter www.patientensicherheit.com/humanepapillomviren und www.ja-ich-auch.de