30.07.2015   Mitglieds-IKKn

IKK Südwest betont Bedeutung von Importarzneimitteln

Saarbrücken , 30. Juli 2015. Im Rahmen der Neuverhandlungen des Arzneimittel- Rahmenvertrages fordern Apotheker und Pharmaindustrie eine Abschaffung der bestehenden Abgabequote für Importarzneimittel. Die IKK Südwest spricht sich für eine Beibehaltung der Quote aus, da sie den Krankenkassen und somit der Versichertengemeinschaft eine jährliche Kostenerleichterung in dreistelliger Millionenhöhe verschafft.

„Eine mangelnde wirtschaftliche Effizienz, wie sie von den Gegnern der Quote bemängelt wird, können wir nicht feststellen. Die Versicherten der IKK Südwest haben dank Importarzneimitteln im vergangenen Jahr rund eine Million Euro gespart", erklärt Prof. Dr. Jörg Loth, Vorstand der IKK Südwest. „Statt einer Abschaffung der Quote ist für uns im Gegenteil eine Anpassung nach oben denkbar, um sie wieder in einen Zusammenhang mit den gestiegenen Arzneimittelpreisen zu setzen. Neben der finanziellen Entlastung, die die Importquote den beitragszahlenden Arbeitgebern und Arbeitnehmern bringt, ist sie außerdem auch ein wichtiges Instrument bei der Verhandlung von Rabattverträgen mit den Pharmaunternehmen, die wir im Sinne unserer Kunden führen."

Auch die Sorge, Importarzneimittel stellten ein Sicherheitsrisiko dar und öffneten den Weg für Medikamentenfälschungen, teilt die Kasse nicht: „Bislang sind noch nie gefälschte oder unsichere Arzneimittel bei Patienten angekommen. Wie bei anderen Medikamenten auch stehen die Importunternehmen für die Sicherheit ihrer Produkte ein und unterliegen einer Kontrollpflicht. Als Krankenkasse erwarten wir von den Importeuren die gleiche Qualität, die wir auch von den deutschen Herstellern erwarten – und schenken ihnen das gleiche Vertrauen", so Loth weiter.

Hintergrund:

Importarzneimittel sind Arzneimittel, die aus dem Ausland importiert werden. Es handelt sich dabei nicht um Generika, sondern um identische Präparate aus der Produktion des Originalherstellers. Aufgrund der unterschiedlichen, länderspezifischen Preisstrategien der Pharmakonzerne können diese Medikamente zu niedrigeren Preisen im Ausland erworben und dann in Deutschland zu einem verhältnismäßig günstigen Preis weiterverkauft werden.

Die Ausgaben für Arzneimittel tragen wesentlich zur Kostensteigerung im Gesundheitswesen bei. Im Rahmen des GKV- Modernisierungsgesetzes wurden die Apotheker verpflichtet, Importarzneimittel abzugeben, wenn deren Abgabepreis mindestens 15 Prozent oder 15 Euro niedriger ist als der Listenpreis des Originalprodukts. Im Rahmenvertrag ist eine Importquote von 5 Prozent pro Krankenkasse vereinbart. Bei Nichterfüllen der vorgegebenen Quote drohen den Apotheken Geldstrafen.