03.09.2015   Mitglieds-IKKn

IKK Südwest fordert Rückkehr zur gerechten regionalen Beitragsfinanzierung

Mainz, 3. September 2015. Das Defizit der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) setzt sich auch in 2015 fort, sodass Gesundheitsexperten mit steigenden Zusatzbeiträgen rechnen. „Vor diesem Hintergrund wird eine regional gerechte Verteilung der Beitragsfinanzierung immer wichtiger", erläutert Roland Engehausen, Vorstand der IKK Südwest.

Der sogenannte morbiditätsorientierte Risikostrukturausgleich (Morbi-RSA) soll den Solidarausgleich zwischen den Krankenkassen sicherstellen. Allerdings führt die derzeitige Ausgestaltung zu immer offensichtlicheren Ungerechtigkeiten in der Beitragsfinanzierung nach Bundesländern. Während zurzeit zwar ein vollständiger regionaler Kaufkraft-Ausgleich bei den Einnahmen erfolgt, wurde an einen regionalen Ausgleich bei den Versorgungskosten nicht gedacht. Dies sorgt für ein erhebliches Ungleichgewicht. Kassen in den neuen Bundesländern, die über eine unterdurchschnittliche Kostensituation verfügen, kündigen bereits weiterhin sehr günstige Beiträge für die Zukunft an, während Versicherte vieler Kassen mit Schwerpunkten in anderen Regionen sich auf höhere Beiträge einstellen müssen.

Angesichts der Ungerechtigkeiten fordert Roland Engehausen die Politik auf, regionale Ausgabenstrukturen im Finanzausgleich dringend zu berücksichtigen: „Die Gesundheitsversorgung von Menschen findet regional statt und es liegt auf der Hand, dass Versorgungskosten wie auch andere Bereiche des täglichen Lebens regional unterschiedlich teuer sind. Es kann nicht länger so sein, dass im Finanzausgleich zwar regionale Einkommensstrukturen ausgeglichen werden, aber die unterdurchschnittlichen Ausgaben einzelner Regionen (zum Beispiel in der stationären Versorgung) unberücksichtigt bleiben. Dieser systematische Fehler im Gesundheitsfonds muss endlich beseitigt werden. Wir bekennen uns klar zur Solidarität zwischen den Krankenkassen. Für diese kasseninterne Solidarität wendet die IKK Südwest jährlich hohe Beträge ihrer Versicherten und der Betriebe auf. Zu dieser Solidarität gehört aber auch, dass sich die Beiträge nicht systematisch zwischen Regionen und Bundesländern zu Lasten der Versicherten unterscheiden."

Aktuell betreut die IKK mehr als 650.000 Versicherte und mehr als 90.000 Betriebe in Hessen, Rheinland-Pfalz und im Saarland. Die IKK Südwest ist an sieben Tagen in der Woche rund um die Uhr über die kostenfreie IKK Service-Hotline 0800/0 119 119 oder unter

 

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