19.04.2013   Mitglieds-IKKn

IKK Südwest will Selbstkompetenz von Multiple Sklerose-Patienten stärken

Gemeinsam mit der Hochschule Fresenius und den Landesverbänden Rheinland-Pfalz und Saarland der Deutschen Multiple Sklerose Gesellschaft sorgt die IKK für eine bessere Therapie

Saarbrücken, 19. April 2013 - Die Multiple Sklerose (MS) ist eine chronische, entzündliche Erkrankung von Gehirn und Rückenmark mit ca. 130.000 Betroffenen in Deutschland. Die Krankheit verläuft häufig in Schüben und äußert sich in einer großen Anzahl von Symptomen wie Spastik, Gefühls- und Koordinationsstörungen, Kraftdefizite etc. Da diese häufig miteinander in Wechselwirkung stehen und sehr empfindlich auf die Veränderung der Randbedingungen (z.B. Tageszeit, Temperatur, Ermüdungszustand) reagieren, ergibt sich ein komplexes „Systemverhalten“, das sich nicht einfach kontrollieren oder steuern lässt.

Deshalb setzt der neue Ansatz, den die IKK gemeinsam mit ihren Partnern erforscht, auf die Selbstkompetenz der betroffenen Patienten: die vielen Einflussfaktoren, die auf den Verlauf der Krankheit einwirken, sind zu vielfältig, als dass sie durch allgemeingültige Handlungsempfehlungen abgedeckt werden könnten. So kann beispielsweise ein regelmäßiges Bewegungstraining besonders positive Effekte bei MS-Patienten haben. Wird das gleiche Training allerdings unter dem Einfluss der Vorermüdung eines Arbeitstages durchgeführt, können sich durchaus auch negative Konsequenzen ergeben.

Im Rahmen von Forschungsprojekten aus den Bereichen der Bewegungssteuerung, des motorischen Lernens, des Bewegungstrainings und der Alltagsmotorik sollen die Betroffenen mehr erfahren über ihr Leiden und so mehr Verantwortung für die Behandlungsprozesse und Rehabilitation übernehmen können. Dahinter steht die Auffassung der IKK Südwest, dass Prävention und Hilfe zur Selbsthilfe eine sinnvolle Ergänzung zur medizinischen Betreuung darstellen; Patienten sollen nicht nur Empfänger von Therapien sein, sondern in die Lage versetzt werden, aktiv mitzuwirken und  -zugestalten.

„Prävention und Selbstkompetenz der Patienten sind ein wichtiger Baustein in unserer Philosophie. Daher ist die IKK Südwest überzeugter Partner dieser Kooperation und erhofft sich Erkenntnisse, die den Patienten im Alltag helfen“, erklärt Dr. Lutz Hager, Geschäftsführer Versorgung der IKK Südwest. „Die geplanten Maßnahmen bergen jede Menge Potenzial und stellen eine ideale Ergänzung zur klassischen therapeutischen und medizinischen Behandlung dar.“

Der Zusammenschluss von Forschungsinstitution (Hochschule Fresenius), Kostenträger (IKK Südwest) und Selbsthilfeorganisation (DMSG) wird von den Beteiligten als wichtige Komponente für eine nahtlose Übertragung von Forschungsergebnissen in die praktische Anwendung und einen möglichst nachhaltigen Projekterfolg eingestuft.

Voraussichtlich im Mai dieses Jahres werden die Kooperationspartner Details zu den einzelnen Forschungsprojekten im Rahmen einer Pressekonferenz bekannt geben.

Aktuell betreut die IKK mit rund 1800 Mitarbeitern über 690.000 Versicherte und mehr als 100.000 Betriebe in Hessen, Rheinland-Pfalz und im Saarland. Die IKK Südwest ist an sieben Tagen in der Woche rund um die Uhr über die kostenfreie IKK Service-Hotline 0800/0 119 119 oder unter www.ikk-suedwest.de erreichbar