31.01.2020   Mitglieds-IKKn

Krankenkassen schließen Kooperationsvertrag mit dem Paritätischen Sachsen-Anhalt zur betrieblichen Gesundheitsförderung für ambulante und stationäre Pflegeeinrichtungen

Gemeinsame Pressemitteilung der Verbände der Krankenkassen (vdek) in Sachsen-Anhalt und des Paritätischen Sachsen-Anhalt bezüglich der Unterzeichnung eines Kooperationsvertrages zur Betrieblichen Gesundheitsförderung
Vertragsunterzeichnung zwischen Uwe Schröder, Vorstand der IKK gesund plus (derzeit federführende Krankenkasse der BGF-Koordinierungsstelle) sowie Anja Naumann, Landesgeschäftsführerin des Paritätischen Sachsen-Anhalt. Foto: IKK gesund plus

Magedburg, 31. Januar 2020 - Gesunde, und motivierte Mitarbeiter*innen sind die Basis für wirtschaftlichen Erfolg. Daher haben die Krankenkassen in Sachsen-Anhalt im Jahr 2017 eine professionelle Anlaufstelle zur betrieblichen Gesundheitsförderung organisiert – die BGF-Koordinierungsstelle. Um die Beratung zu den Möglichkeiten der Gesundheitsförderung auch in Betrieben und Einrichtungen rund um das Thema Pflege zu erweitern wurde neben den bisherigen Partnern, Handwerkskammer Magdeburg und Handwerkskammer Halle, dem Allgemeinen Arbeitgeberverband der Wirtschaft für Sachsen-Anhalt e.V. nun eine weitere Kooperationsvereinbarung mit dem Paritätischen Sachsen-Anhalt geschlossen. Der Paritätische ist der größte Verband der freien Wohlfahrtspflege im Land, fördert das Gemeinwohl der Menschen und ist somit ein idealer Ansprechpartner wenn es um die Gesundheitsförderung im Bereich Pflege geht.

Die Belastungen in der Pflege steigen. Pflegekräfte sind hohen Anforderungen ausgesetzt. Gesunde Pflegekräfte sind aber eine wesentliche Voraussetzung für eine hohe Pflegequalität in allen ambulanten und stationären Pflegeeinrichtungen. Verschiedene Untersuchungen zu den gesundheitlichen Beanspruchungen und Belastungen in der Kranken- und Altenpflege haben jedoch wiederholt ergeben, dass die Beschäftigten von durchschnittlich höheren gesundheitlichen Beanspruchungen betroffen und entsprechend deutlich häufiger auf Grund von somatischen aber auch und insbesondere psychischen Erkrankungen arbeitsunfähig sind. Eine professionelle Anlaufstelle zur betrieblichen Gesundheitsförderung ist daher für diese Mitarbeiter*innen ein wichtiger Baustein für gesundheitliches Wohlempfinden.

Anja Naumann, Landesgeschäftsführerin des Paritätischen Sachsen-Anhalt, sieht in der Kooperation und der Beteiligung grundsätzlich Weiterentwicklungsmöglichkeiten für die BGF-Koordinierungsstelle. „Der Bedarf in der Pflege ist groß! Systematisch angewandtes betriebliches Gesundheitsmanagement fördert die Gesundheit von Pflegekräften, sichert ihre Arbeits- und Beschäftigungsfähigkeit und leistet damit einen wichtigen Beitrag zur Bewältigung der Arbeitsbelastung und Sicherung der Pflegequalität.

Auch die Verbände der Krankenkassen in Sachsen-Anhalt sehen die Notwendigkeit und entsprechenden Handlungsbedarf zur Unterstützung der Pflegeeinrichtungen bei der betrieblichen Gesundheitsförderung. „Gerade hier ist die psychische und körperliche Belastung für die Beschäftigten enorm“, so Uwe Schröder, Vorstand der derzeit federführenden Kasse IKK gesund plus. „Speziell für Leistungen zur betrieblichen Gesundheitsförderung in Pflegeeinrichtungen wird der Mindestausgabewert erhöht. Damit erhält die betriebliche Gesundheitsförderung einen Schub, der mit gesunden, motivierten und zufriedenen Beschäftigten letztlich den Patientinnen und Patienten und den pflegebedürftigen Menschen zu Gute kommt. Wir sind daher froh, mit unserer Kooperation einen der wichtigsten Pflegeverbände für die BGF-Koordinierungsstelle Sachsen-Anhalt gewonnen zu haben.“

Der Bekanntheitsgrad betrieblicher Gesundheitsmaßnahmen in den Einrichtungen der Gesundheitsversorgung und Altenpflege einerseits und die Unterstützung durch die Krankenkassen bei der Umsetzung andererseits soll durch die Partnerschaft deutlich verbessert werden. Künftig sollen u.a. gemeinsam mit dem Paritätischen Sachsen-Anhalt flankierende Informationsveranstaltungen für Betriebe angeboten werden, um den Einstieg in den Prozess zu erleichtern.

Hintergrund:

Ins Leben gerufen wurden die BGF-Koordinierungsstellen (www.bgf-koordinierungsstelle.de) in einer gemeinsamen Initiative der gesetzlichen Krankenkassen. Die notwendigen Grundlagen hat der Gesetzgeber im Rahmen des Präventionsgesetzes geschaffen.

Kern des Angebots ist eine individuelle Beratung durch die Präventionsexperten der gesetzlichen Krankenkassen. Die Erstberatung erfolgt telefonisch oder auf Wunsch persönlich vor Ort nach vereinbarten Standards auf der Grundlage des sogenannten GKV-Leitfadens Prävention. Zur Beratung gehören:

  • eine individuelle Bestandsaufnahme in Sachen Beschäftigtengesundheit,
  • Informationen zur Umsetzung einer nachhaltigen betrieblichen Gesundheitsförderung,
  • Handlungsempfehlungen zum weiteren Vorgehen sowie zu
  • möglichen Maßnahmen im Sinne der betrieblichen Gesundheitsförderung.

Folgende Fragen werden beispielsweise beantwortet: Mit welchen Leistungen unterstützen die Krankenkassen den Prozess der betrieblichen Gesundheitsförderung bzw. ein betriebliches Gesundheitsmanagement (BGM)? Was sind die Voraussetzungen zur Inanspruchnahme von Leistungen der Krankenkassen?

Umsetzung der BGF-Koordinierungsstellen im Rahmen des Präventionsgesetzes

Bei der Entwicklung und Umsetzung der BGF?Koordinierungsstellen gemäß § 20b Abs. 3 SGB V arbeiten die Krankenkassen sowohl auf der Bundesebene als auch auf Landesebene eng zusammen. Als Kooperationsgemeinschaft auf Landesebene sind dies: Verband der Ersatzkassen e.V. (vdek), AOK-Sachsen-Anhalt, BKK Landesverband Mitte, IKK gesund plus, KNAPPSCHAFT und die Sozialversicherung für Landwirtschaft, Forsten und Gartenbau (SVLFG). Die Federführung in Sachsen-Anhalt liegt derzeit bei der IKK gesund plus.

Hintergrundinformationen zum Paritätischen Sachsen-Anhalt:
Der Paritätische ist der größte Wohlfahrtsverband in Sachsen-Anhalt. Wir organisieren mit unseren Mitgliedsorganisationen soziale Arbeit wie Seniorenhilfe, Betreuung von Menschen mit Beeinträchtigungen und die Unterstützung von Kindern, Jugendlichen, Familien sowie Menschen in schwierigen Lebenslagen. Mehr als 260 gemeinnützige Organisationen und soziale Unternehmen, 1.000 Selbsthilfegruppen und Gruppen des bürgerschaftlichen Engagements gehören zum Verband.
Unter dem Dach des Paritätischen gibt es rund 1.700 soziale Einrichtungen und Dienste, in denen über 19.000 Mitarbeiter*innen und 12.300 Freiwillige arbeiten. Weitere Informationen finden Sie auf: www.paritaet-lsa.de