13.05.2011   Mitglieds-IKKn

Vereinigte IKK: Zusatzbeitrag noch zu verhindern?

Dortmund, 13. Mai 2011 - Die Vereinigte IKK verfolgt derzeit alle strategischen Optionen, die einen Zusatzbeitrag verhindern können. Die Gespräche dazu dauern noch an. Der Kasse entstehen durch die Präsenz in Ballungszentren sowie ein dichtes medizinisches Versorgungsnetz höhere Kosten im Vergleich zu anderen Kassen. Der Verwaltungsrat musste aus diesem Grund vorsorglich einen Zusatzbeitrag von 8 Euro monatlich beschließen.

 

Im Jahr 2010 gewann die Vereinigte IKK die meisten Neukunden ihrer Geschichte. Dennoch verschlechterte sich die Finanzlage aus strukturellen Gründen: Die Vereinigte IKK agiert in Gebieten mit überdurchschnittlich vielen Kliniken und einer hohen Arztdichte. Die daraus entstehenden Leistungsausgaben der Kasse sind höher als die Zuweisungen aus dem Gesundheitsfonds. Dieser gleicht regionale Unterschiede nicht aus. Experten gehen davon aus, dass im Jahr 2012 viele Kassen einen Zusatzbeitrag erheben müssen, wenn der Gesetzgeber die Rahmenbedingungen nicht ändert.

 

Die Entscheidung für einen Zusatzbeitrag ist den Versicherten- und Arbeitgebervertretern nicht leicht gefallen, ist jedoch ein klares Bekenntnis: Das umfassende Leistungsangebot und die hohe Servicequalität bleiben bestehen. Darüber hinaus setzen Verwaltungsrat und Vorstand die Gespräche zu den strategischen Möglichkeiten konsequent fort, die trotz der gesetzlichen Rahmenbedingungen einen Zusatzbeitrag nachträglich überflüssig machen.

 

Zusatzbeitrag - Hintergrundinformation

Wenn gesetzliche Krankenkassen ihre Rücklagen aufgebraucht haben, greift die gesetzlich vorgesehene Maßnahme des Zusatzbeitrags. Kassen, die einen Zusatzbeitrag erheben, sind nicht automatisch pleite oder insolvent, denn sie verfügen meist über Verwaltungsvermögen wie Gebäude und Grundstücke. Weil dieses zum Beispiel für die Bezahlung von Rechnungen nicht kurzfristig zur Verfügung steht, muss eine Krankenkasse trotz Verwaltungsvermögens einen Zusatzbeitrag erheben. Über ein Unternehmen in der privaten Wirtschaft würde bei ähnlichen finanziellen Voraussetzungen nicht diskutiert.

 

Die Vereinigte IKK, die aus der Fusion von Signal Iduna IKK und IKK Nordrhein hervorgegangen ist, gehört mit über 1,6 Millionen Versicherten zur Top 15 von derzeit rund 160 gesetzlichen Krankenkassen. Nah mit dem Handwerk verbunden, ist das Unternehmen bundesweit geöffnet und versichert Menschen aus allen Berufen und Branchen. Rund 3.400 Vollzeitkräfte beraten in über 300 Kunden-Centern in Bayern, Hamburg, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen und Sachsen-Anhalt. Der Hauptsitz des Dienstleisters im Gesundheitsmarkt ist Düsseldorf. Weitere Infos finden Sie unter www.vereinigte-ikk.de