29.03.2016   Mitglieds-IKKn

Voraussichtliches Jahresergebnis 2015 der IKK Südwest beträgt 1,2 Millionen

Die IKK Südwest hat als eine der ersten gesetzlichen Krankenversicherungen ein vorläufiges Jahresrechnungsergebnis für das Jahr 2015 vorgelegt. Entsprechend ihrer Prognosen hat die regionale Kasse mit Hauptverwaltungsstandorten in Mainz und Saarbrücken nach dem vierten Quartal 2015 mit einem leichten Jahresüberschuss von rund 1,2 Millionen Euro abgeschlossen. Das endgültige Jahresergebnis wird im Juli 2016 bekannt gegeben.

 

 

 

Dabei ist der Trend in der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) seit mehreren Jahren gegenläufig: In den beiden vergangenen Jahren wurde in der GKV jeweils ein Defizit von mehr als einer Milliarde Euro erwirtschaftet. Vor dem Hintergrund dieser negativen Entwicklung fordert die IKK Südwest gemeinsam mit anderen Kassen einen fairen Finanzausgleich über den morbiditätsorientierten Risikostrukturausgleich (Morbi-RSA).

 

Saarbrücken, 29. März 2016 - „Wir sind mit dem planmäßigen leichten Überschuss für 2015 zufrieden“, erklärt Roland Engehausen, Vorstand der IKK Südwest. „Wir haben unseren Beitragssatz vorsorglich geplant und konnten die Verwaltungskosten je Versicherten um etwa ein Prozent absenken. Gleichzeitig konnten wir das Leistungsniveau für unsere Versicherten weiter anheben und dabei vor allem in die Bereiche Gesundheitsförderung und Prävention investieren.“

 

Diese Orientierung hin zu Verhinderung und Vorbeugung von Krankheiten wird allerdings im finanziellen Ausgleichssystem der GKV nicht ausreichend berücksichtigt. Das belegt auch ein Gutachten des Forschungs- und Beratungsinstituts für Infrastruktur und Gesundheitsfragen (IGES), das die IKK Südwest gemeinsam mit weiteren Betriebs-, Ersatz- und Innungskrankenkassen in der RSA-Allianz zur Erforschung von Kriterien, Wirkungen und Alternativen des Morbi-RSA in Auftrag gegeben hat. Darin bemängeln die Experten unter anderem die zu hohe Prävalenzgewichtung, also die Berücksichtigung der Häufigkeit bestimmter Krankheiten, und weisen dabei auch auf eine Manipulationsanfälligkeit des aktuellen Systems speziell bei typischen Volkskrankheiten hin. Die aktuelle Krankheitsauswahl geht zulasten wichtiger seltenerer Erkrankungen mit hohen Behandlungskosten, die unter den Tisch fallen.

 

„Eine Krankenkasse mit einer Häufung von RSA-relevanten Volkskrankheiten erhält mehr Finanzmittel aus dem Gesundheitsfonds als eine Krankenkasse mit präventivem Ansatz wie die IKK Südwest, die solche Krankheiten verhindern und eine Verschlimmerung vermeiden möchte. Der Finanzausgleich zwischen den Krankenkassen fördert zunehmend dokumentierte Krankheiten, unabhängig davon, was konkret für die Versicherten geleistet wird. Dieser Fehlanreiz birgt die Gefahr einer Dokumentationsmanipulation und muss für einen fairen Finanzausgleich beseitigt werden. Außerdem sollte der Risikostrukturausgleich auch die regional unterschiedlichen Ausgabenstrukturen im Gesundheitswesen berücksichtigen, da ansonsten die für Versicherte ungerechten regionalen Beitragssatzunterschiede zwischen Krankenkassen immer weiter zunehmen“, so Engehausen.

 

Die Schieflage bei der Finanzsituation der Krankenkassen ist inzwischen deutlich sichtbar: Zu Beginn des Jahres 2016 mussten viele Kassen ihre Beiträge erhöhen. Im Interesse der Versicherten plädiert die IKK Südwest daher für mehr Fairness und Transparenz. Mit ihrer offenen Finanzkommunikation, zum Beispiel in Form regelmäßig veröffentlichter Quartalsberichte, und ihrem Einsatz für eine öffentliche Diskussion zur positiven Weiterentwicklung des Finanzausgleichs zwischen den Krankenkassen leistet sie einen wichtigen Beitrag zur Erreichung dieser Ziele.

 

Aktuell betreut die IKK mehr als 650.000 Versicherte und über 90.000 Betriebe in Hessen, Rheinland-Pfalz und im Saarland. Versicherte und Interessenten können auf eine persönliche Betreuung in unseren 19 Geschäftsstellen in der Region vertrauen. Darüber hinaus ist die IKK Südwest an sieben Tagen in der Woche rund um die Uhr über die kostenfreie IKK Service-Hotline 0800/0 119 119 oder www.ikk-suedwest.de zu erreichen.

 

Über die RSA-Allianz:

 

In der RSA-Allianz haben sich zwölf Krankenkassen aus drei verschiedenen Kassenarten – Betriebs-, Ersatz- und Innungskassen – sowie der BKK Landesverband Bayern zu einer gemeinsamen Interessensvertretung zusammengeschlossen.

 

Ziel der Allianz ist eine Reform des morbiditätsorientierten Risikostrukturausgleichs, kurz Morbi-RSA. Der Morbi-RSA ist in seiner aktuellen Gestaltung nicht wettbewerbsneutral und die daraus resultierenden Zuweisungen nicht bedarfsgerecht. Dieser Umstand verhindert einen fairen Wettbewerb der gesetzlichen Kassen.

 

Daher haben sich die Kassen unabhängig von ihrer Konkurrenzsituation zur RSAAllianz zusammengeschlossen und arbeiten an Lösungen für einen fairen Morbi-RSA. Dabei suchen sie den offenen Dialog mit Politik und Wissenschaft und werben für einen transparenten Umgang mit Finanz- und Versorgungsdaten im Sinne eines fairen Wettbewerbs im Sinne der Kunden.

 

Weiterführende Links:

 

www.rsa-allianz.de

 

www.iges.com