24.07.2009   Pressemitteilung

Innungskrankenkassen: Mehr betriebliche Gesundheitsförderung ohne erhobenen Zeigefinger

IKK e.V. fordert solide und ausreichende Finanzierung

Vorbeugen – und das am besten am Arbeitsplatz. Darauf setzen erfolgreich die Innungskrankenkassen (IKK). Hunderte von Betrieben nutzen bereits diese Angebote der Gesundheitsvorsorge der IKKn.

Das Konzept geht auf, wie zwei Beispiele zeigen: Die IKK Nordrhein hat ein spezielles Bonusprogramm zur betrieblichen Gesundheitsförderung entwickelt, an dem bereits zahlreiche Betriebe erfolgreich teilgenommen haben. Die Experten der IKK Nordrhein gehen dabei direkt in die Unternehmen und entwickeln gemeinsam mit ihnen die entsprechenden Maßnahmen. Der Erfolg gibt diesem Konzept recht, teilweise konnte der Krankenstand um mehr als 70 Prozent gesenkt werden. Zudem erhalten sowohl Arbeitnehmer als auch Arbeitgeber für die erfolgreiche Teilnahme an dem Programm einen kompletten Krankenkassen-Monatsbeitrag zurückerstattet.

Die IKK Thüringen besucht Unternehmen mit ihrem Gesundheitsbus, um direkt vor Ort wichtige Messungen, wie die Bestimmung der Blutzucker- und Cholesterinwerte, des Blutdrucks und des Körperfettanteils, vorzunehmen und auszuwerten. Bei Warnsignalen geben Fachexperten individuelle Ratschläge und vermitteln wichtige Ansprechpartner für eine Veränderung der Lebensweise. Das Interesse der Unternehmen an einem mobilen Gesundheits-Check ist so groß, dass ab August ein zweiter IKK-Gesundheitsbus zum Einsatz kommt.

„Die Angebote sind jedoch nur ein Tropfen auf den heißen Stein“, sagt Rolf Stuppardt, Geschäftsführer der IKK e.V., Dienstleister der Innungskrankenkassen auf Bundesebene. „Wir brauchen eine solide und ausreichende Finanzierung für solche Programme. Deshalb müssen im Gesundheitsfonds für die betriebliche Gesundheitsförderung genügend Mittel zur Verfügung gestellt werden, ansonsten sind diese Projekte, die die Betroffenen unmittelbar erreichen, gefährdet“, fordert Stuppardt. Ohne ausreichende Finanzierung fehle auch  eine wissenschaftliche Begleitung dieser Projekte.

Die Innungskrankenkassen haben nach Aussage von Stuppardt erkannt, dass Angebote vom Schreibtisch aus bei den Versicherten nichts ausrichten. „Vorteil der Innungskrankenkassen ist, dass sie vor Ort in die Unternehmen kommen. Dort können sie am effektivsten zum Wohle der Versicherten aktiv werden“, sagt Rolf Stuppardt. Dabei werde nicht der Zeigefinger erhoben. „Wir wollen die Versicherten nicht maßregeln, sondern sie anregen, selbst etwas für sich zu tun“, so Stuppardt. Besonders im Fokus der IKKn sind kleinere und mittlere Unternehmen. „Gesundheitsförderung im Betrieb ist nicht kompliziert, jeder kann etwas verbessern: der Betrieb und auch der Mitarbeiter“, untermauert der Geschäftsführer der IKK e.V. Und die Vorteile sind für beide Seiten immens: Die Mitarbeiter werden weniger krank, die Attraktivität des Arbeitsplatzes erhöht und damit auch die Produktivität des Unternehmens.