04.12.2019   Pressemitteilung

Lieferengpässe bei Arzneimitteln: Pharmaindustrie gefährdet Patientenversorgung

Innungskrankenkassen fordern: Profitmaximierung darf nicht zu Kosten der Versorgungssicherheit gehen

„Lieferengpässe bei Medikamenten verunsichern die Patienten und können im Extremfall die Versorgung gefährden“, erklärt Hans Peter Wollseifer, Vorstandsvorsitzender des IKK e.V. „Die Politik ist hier gefordert, entgegen zu wirken.“

Rabattverträge sind nicht die Ursache der Lieferengpässe bei Medikament en. Die Innungskrankenkassen sehen in Rabattverträgen vielmehr die Chance, im Sinne der Patienten und Versicherten dem Problem zu begegnen, indem  bei Ausschreibungen verpflichtend Preis- und Qualitätsaspekte berücksichtigt werden, etwa Vorgaben für eine doppelte Lieferabsicherung entlang der gesamten Produktionskette. Dafür müssten die Vergabevorschriften nicht einmal geändert werden, so der IKK e.V.

„Die Krankenkassen werden zurzeit zu Lasten der Patienten von den pharmazeutischen Unternehmen unter Druck gesetzt. Auch Ärzte, Krankenhäuser und Apotheken werden in Mitleidenschaft gezogen“, so Hans-Jürgen Müller, Vorstandsvorsitzender des IKK e.V. Er fordert: „Angesichts von Gewinnmaximierungsstrategien der Unternehmen müssen marktwirtschaftliche Ansätze regulatorisch überarbeitet werden. Die Konzentration auf gewinnträchtige neue Wirkstoffe zur Behandlung von Orphan Diseases sowie die erkennbare Marktsegmentaufteilung zwischen Konkurrenten sind ein internationales Problem, dass nicht allein auf nationaler Ebene gelöst werden kann!“ Hinsichtlich möglicher Strafzahlungen führt der Vorstandsvorsitzende aus: „Strafzahlungen im Rahmen von Rabattverträgen bei Nicht-Lieferfähigkeit sollten in erster Linie dazu führen, dass Patienten keine Zuzahlungen leisten müssen.“

„Versorgungssicherheit geht vor Profitmaximierung! Ein Umdenken ist notwendig“, fasst IKK e.V.-Geschäftsführer Jürgen Hohnl das Problem zusammen. „Die Innungskrankenkassen übernehmen Verantwortung für ihr Tun, fordern aber auch Verantwortung von den pharmazeutischen Unternehmen und von der Politik.“