25.03.2020 | 15:00 – 18:00 Uhr   Plattform Gesundheit

21. Plattform Gesundheit "Notfall ländliche Gesundheitsversorgung - Warteschleife ohne Ausweg?"

Die 21. Plattform Gesundheit zum Thema "Notfall ländliche Gesundheitsversorgung - Warteschleife ohne Ausweg?" findet am 25. März 2020 statt.

Wohlstand auf der einen Seite, Unterversorgung und Strukturschwäche auf der anderen Seite. Ungleiche Lebensverhältnisse sind in Deutschland Realität. Ungleichgewichte sind sowohl zwischen Stadt und Land, West und Ost, aber auch im konkreten Städte- und Regionenvergleich auszumachen. Viele, vor allem ländliche Räume, sind ökonomisch gegenüber den Metropolen ins Hintertreffen geraten. Die Gesundheitsversorgung unterscheidet sich grundlegend. Einem Überangebot an Leistungserbringern in städtischen Gebieten steht häufig eine medizinische Unterversorgung auf dem Land gegenüber. Die Herstellung gleichwertiger Lebensverhältnisse im gesamten Bundesgebiet ist nach dem Grundgesetz aber ein erklärtes Ziel der Politik.

Konzepte zur Wiederangleichung der gesundheitlichen Lebensverhältnisse gibt es viele. So diskutieren Politik, Selbstverwaltung und Wissenschaft beispielsweise über eine Anpassung der Bedarfsplanung, Landarztquoten und sektorenübergreifende Projekte. Parallel dazu werden neue innovative Projekte unter dem Gesichtspunkt der Digitalisierung entwickelt, die die medizinische Versorgung im ländlichen Raum verbessern sollen. Doch es stellen sich auch eine Reihe von Problemen dar. Sei es der Mangel am erforderlichen Netzausbau für Telemedizin und TI-Anbindung oder der Mangel an jungen medizinischen Fachkräften, die sich in ländlichen Gebieten beruflich niederlassen wollen.

Eine gleichmäßig gute medizinische Versorgung unabhängig von Wohnort, Alter und Geldbeutel ist explizit auch im Koalitionsvertrag festgelegt worden: Dafür sollen die Zusammenarbeit und Vernetzung im Gesundheitswesen ausgebaut und weitere nachhaltige Schritte für eine sektorenübergreifende, am medizinisch-pflegerischen Bedarf der Patientinnen und Patienten ausgerichteten Versorgung im Fokus stehen. Eine 2018 vom Bundesministerium für Gesundheit eingerichtete Bund-Länder-Arbeitsgruppe hat mit ihrem zuletzt vorgelegten Fortschrittsbericht u. a. folgende im Fokus stehende Themenfelder für die Weiterentwicklung der „sektorenübergreifenden Versorgung“ benannt: haus- und fachärztliche Koordination, Belegarztwesen und Management von Schnittstellen zwischen den Sektoren.

Darüber hinaus liegt aus der Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen ein Autorenpapier zur Verbesserung der Gesundheitsversorgung ländlicher Regionen vor. Genügend Stoff, um sich mit dem Thema zu beschäftigen.