29. Plattform Gesundheit: Mind the gap: Versorgungsbedarf versus Fachkräftemangel

13. März 2024, 15 - 18 Uhr

Aufsteller mit Gesundheitsberufen, die gesucht werden

Der zunehmende Fachkräfte- bzw. Nachwuchsmangel im Gesundheitssystem sowie sich ändernde Anforderungen an die medizinische Versorgung einer alternden Bevölkerung sorgen für große Herausforderungen. Aufgrund der gegenwärtig ins Rentenalter kommenden Generation der sogenannten Babyboomer muss davon ausgegangen werden, dass die Zahl der pflegebedürftigen, multimorbiden Menschen in Deutschland weiter ansteigen und im Gegenzug dazu die Zahl der Fachkräfte weiter zurückgehen wird. Eine hohe Fluktuationsrate bzw. geringe Verweildauer im Beruf oder frühzeitige Verrentung verstärkt das Problem. Besonders betroffen vom Personalnotstand ist die Alten- und Krankenpflege. Bereits heute liegt der Personalengpass im Gesundheitswesen bei rund sieben Prozent. Aktuellen Studien zufolge können im Jahr 2035 knapp 1,8 Millionen Stellen im Gesundheitssystem nicht mehr besetzt werden. Zurzeit ist der Blick insbesondere auf die Krankenhäuser gerichtet, aber auch für den Bereich der ambulanten ärztlichen Versorgung ergibt sich dringender Handlungsbedarf. Das für das Frühjahr 2024 angekündigte Gutachten zum Fachkräftemangel durch den Sachverständigenrat Gesundheit wird sicherlich den Blick auf die Problemlage schärfen helfen.

Erste Ansätze und Vorschläge, dem Fachkräftemangel im Gesundheitswesen entgegenzuwirken, gibt es bereits. Über Möglichkeiten der Delegation und Substitution und das Einbeziehen von Gesundheitsberufen in die Versorgung wird seit langem gesprochen. Aktuell sollen die Kompetenzen und Befugnisse in der Pflege erweitert werden. Grundsätzlich ließen sich über gezielte Präventionsmaßnahmen und die Förderung bzw. Ermöglichung einer gesundheitserhaltenden Lebensweise Morbidität reduzieren und die zum Teil hohe Fluktuationsrate vor allem in den pflegerischen, aber auch in den ärztlichen Berufen absenken. Schließlich wäre eine Neustrukturierung der Behandlungsketten eine weitere Möglichkeit, um die Anzahl der Kontakte zwischen Arzt und Patient zu reduzieren – ohne dabei die Qualität der gesundheitlichen Versorgung zu vermindern.

Folgende Fragen stehen im Mittelpunkt der Diskussion:

  • Welchen Beitrag können die Gesundheitsberufe zur Absicherung des steigenden Versorgungsbedarfs leisten und welche Chancen bietet die Implementierung eines neuen Berufsbildes „Community Health Nurse“ (CHN)?
  • Welche rechtlichen oder gesellschaftlichen Rahmenbedingungen müssten hierfür noch angepasst werden?
  • Inwiefern kann der Fachkräftemangel auch eine Katalysatorfunktion für die mögliche  Ausgestaltung und Durchsetzung von Reformen im Gesundheitswesen einnehmen?

Programm

15.00 Uhr: Begrüßung

  • Hans Peter Wollseifer, Vorstandsvorsitzender des IKK e.V.

15.20 Uhr: Bestandsaufnahme und wissenschaftliche Reflexion des Fachkräftemangels im Gesundheitswesen       

  • Prof. Dr. Boris Augurzky, Leiter des Kompetenzbereichs „Gesundheit“ am RWI-Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung e.V.

15.40 Uhr: Fachkräftemangel im Gesundheitswesen – was tut die Politik?         

  • Michael Weller, Leiter Abteilung 2 Gesundheitsversorgung, Krankenversicherung im Bundesministerium für Gesundheit

16.00 Uhr: Pause

16.30 Uhr: Podiumsdiskussion

  • Jens Cordes, Verwaltungsratsvorsitzender IKK – Die Innovationskasse
  • Michaela Evans-Borchers, Direktorin des Forschungsschwerpunktes „Arbeit und Wandel“, Westfälische Hochschule Gelsenkirchen
  • Stephan Pilsinger, MdB, CSU, Mitglied im Ausschuss für Gesundheit des Deutschen Bundestages, fachpolitischer Sprecher der CSU-Landesgruppe für Gesundheitspolitik
  • Christine Vogler, Präsidentin Deutscher Pflegerat e.V. 

17.45 Uhr: Fazit

  • Jürgen Hohnl, Geschäftsführer des IKK e.V.

Moderation: Gerhard Schröder, Deutschlandradio

Datum: 13. März 2024, 15.00 Uhr bis 18.00 Uhr

Ort: Vertretung des Landes Sachsen-Anhalt beim Bund, Luisenstr. 18, 10117 Berlin

Anmeldung: Bitte informieren Sie uns bis zum 8. März 2024 per E-Mail an veranstaltungen@  avoid-unrequested-mailsikkev.de, ob Sie an der 29. Plattform Gesundheit teilnehmen.

 

Der IKK e.V. ist die Interessenvertretung von Innungskrankenkassen auf Bundesebene. Der Verein wurde 2008 gegründet mit dem Ziel, die Interessen seiner Mitglieder und deren 5,1 Millionen Versicherten gegenüber allen wesentlichen Beteiligten des Gesundheitswesens zu vertreten.