Berlin / Dresden, 21. April 2026 - Die IKK classic hat ihre „Versorgungsagenda 2040“ in Berlin vor rund 40 Gästen aus Politik, Wissenschaft und Praxis vorgestellt und damit eine gesundheitspolitische Reformdebatte angestoßen. Die Versorgungsagenda nimmt die zentralen Zukunftsfragen der Kranken- und Pflegeversorgung in den Blick. Im Fokus der Veranstaltung standen daher Wege, die zu einer langfristig tragfähigen, gerechten und bezahlbaren Versorgung führen.
Der demografische Wandel, der zunehmende Fachkräftemangel und knappe finanzielle Ressourcen erhöhen den Druck auf das Gesundheitssystem. Gleichzeitig stoßen nicht nur die bestehenden Strukturen zunehmend an ihre Grenzen. Auch die Zufriedenheit mit dem System und die Ergebnisse sind verbesserbar. Die Versorgungsagenda 2040 greift diese Herausforderungen auf und stellt ein integriertes Zukunftsbild zur Diskussion.
„Die entscheidende Frage lautet nicht, ob sich das Gesundheitssystem verändern muss, sondern wie wir es so weiterentwickeln, dass eine qualitativ hochwertige Versorgung langfristig gesichert und zugleich finanzierbar bleibt. Die Versorgungsagenda 2040 ist unser Beitrag zu dieser Zukunftsdebatte und zeigt, wie dieses System aussehen kann – patientenzentriert und ressourcenschonend.“
Frank Hippler, Vorstandsvorsitzender der IKK classic
Diskussion in Berlin: Reformbedarf klar sichtbar
Auf dem Podium diskutierten unter anderem die Mitglieder des Gesundheitsausschusses des Bundestags Linda Heitmann (Grüne) und Sascha van Beek (CDU), der Verwaltungsratsvorsitzende der IKK classic, Helmut Dittke, sowie die Gesundheitsexpertin Dr. Regina Klakow-Franck mit den Gästen aus der Gesundheitsszene. Vor dem Hintergrund der Debatte um das geplante „Beitragsstabilisierungsgesetz“ der Bundesregierung wurde deutlich: Der Veränderungsdruck wächst, zumal das Gesetz nur den notwendigen Spielraum für langfristige Reformen schaffen soll. Für eine nachhaltige Stabilisierung des Gesundheitssystems reichen jedoch punktuelle Maßnahmen nicht aus.
Versorgungswege stärker an Bedarf und verfügbaren Kapazitäten ausrichten
Die Versorgungsagenda 2040 setzt auf ein System, das sich konsequent am Bedarf der Menschen orientiert. Heute entstehen häufig Brüche durch getrennte Zuständigkeiten zwischen ambulanter, stationärer und pflegerischer Versorgung. Die Agenda zeigt Wege, wie Versorgung übergreifend gestaltet, klarer gesteuert und einfacher zugänglich werden kann. Ziel ist eine verlässliche Orientierung für Patientinnen, Patienten und Leistungserbringende.
Bedarf und Struktur zusammen denken
Die Versorgungsagenda 2040 geht davon aus, dass sich Versorgungsstrukturen künftig stärker am tatsächlichen Bedarf der Bevölkerung orientieren müssen. Statt bestehende Angebote automatisch fortzuschreiben, sollen Leistungen und Kapazitäten gezielt dort vorgehalten werden, wo sie nachweislich gebraucht werden. Sie setzt auf klare Leitlinien, weniger Fehlanreize und mehr Planungssicherheit. Entscheidend ist, Kapazitäten so zu gestalten, dass Mittel gezielt und wirksam eingesetzt werden.
Digitalisierung gezielt nutzen
Digitale Anwendungen und Künstliche Intelligenz sollen die Versorgung unterstützen. Datenbasierte Analysen können helfen, Bedarfe frühzeitig zu erkennen, Versorgungsstrukturen anzupassen und Ressourcen gezielter einzusetzen. KI-gestützte Angebote können zudem Orientierung geben und die Gesundheitskompetenz stärken – etwa, indem sie Informationen verständlich aufbereiten oder die Navigation durch das Versorgungssystem erleichtern.
Prävention und Gesundheitskompetenz stärken
Prävention und Gesundheitskompetenz müssen gestärkt werden, damit Menschen Risiken besser einschätzen und Angebote gezielter nutzen können. Ziel ist es, Selbstständigkeit zu erhalten und Menschen zu befähigen, informierte Entscheidungen zu treffen. Gesundheitskompetenz wird dabei als gesamtgesellschaftliche Aufgabe verstanden, an der viele Akteure beteiligt sind.
Aufgaben der Kranken- und Pflegeversicherung weiterentwickeln
Die Kranken- und Pflegekassen sollen stärker in Prävention und Koordination eingebunden werden. Ihre Verantwortung setzt nicht erst im Leistungsfall an, sondern deutlich früher. Durch Beratung, digitale Angebote und systemische Steuerung können Krankenkassen dazu beitragen, Versorgung zielgerichteter zu organisieren und individuelle Versorgungsprozesse besser aufeinander abzustimmen.
Einladung zum Austausch
Die IKK classic versteht die Versorgungsagenda 2040 als Impuls für eine offene Reformdebatte. Ziel ist es, zentrale Strukturfragen gemeinsam mit Politik, Wissenschaft und Praxis weiterzuentwickeln.
Weitere Informationen zur Versorgungsagenda 2040: www.ikk-classic.de/versorgungsagenda-2040
