Die Defizite in der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) wachsen seit Jahren. Während die Ausgaben stark steigen, bleiben die Einnahmen zurück. Das führt zu höheren Beiträgen für Versicherte und Arbeitgeber. Wichtige politische Veränderungen kommen nur langsam voran, wodurch unser Gesundheitssystem immer mehr unter Druck gerät. Damit die GKV auch in Zukunft leistungsfähig und bezahlbar bleibt, muss Effizienz im Gesundheitswesen neu gedacht werden. Für die Innungskrankenkassen bedeutet dies, Strukturen, Wettbewerb und Abläufe so zu verbessern, dass Beiträge gezielt dort ankommen, wo sie den Versicherten wirklich nutzen. Dabei sehen sie die größten Potenziale vor allem in der Versorgungssteuerung, in der Digitalisierung und im Bürokratieabbau.

Mit der Kampagne #EffizienzGesundDenken werden der IKK e.V. und die Innungskrankenkassen konkrete Vorschläge für ein effizientes Gesundheitssystem vorlegen. Denn ein nachhaltiges, modernes und stabiles Gesundheitssystem braucht Effizienz: Sie schafft mehr Zeit für Patienten und Versicherte, entlastet Beschäftigte durch vernetzte Prozesse und reduziert unnötige Aufwände, damit die Versorgung wieder im Mittelpunkt steht und das Gesundheitswesen auf Dauer finanzierbar bleibt. Und Effizienz braucht Mut zur Veränderung.

Einführung: Effizienz im Gesundheitswesen

Hans Peter Wollseifer: Effizienz und Bürokratieabbau

Hans-Jürgen Müller: Versorgungssteuerung und Digitalisierung

Versorgungssteuerung

Eine faire und nachhaltige Gesundheitsversorgung braucht ein ausgewogenes Verhältnis von Solidarität und Eigenverantwortung. Mit Prävention und Gesundheitsförderung kann gezielt die Gesundheit der Versicherten gestärkt werden. Daher fordern die Innungskrankenkassen, dass „Health in all Policies“ in allen Lebensbereichen verankert wird. Maßnahmen der betrieblichen Gesundheitsförderung (BGM) müssen konsequent umgesetzt werden. Auch die Digitalen Gesundheitsanwendungen (DiGas) können etwa bei der Begleitung chronisch Erkrankter oder in der Prävention unterstützen. Dafür braucht es jedoch eine systematische und transparente Nutzenbewertung.

Prof. Dr. Jörg Loth, IKK Südwest: Betriebliches Gesundheitsmanagement

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