Solidarität und Eigenverantwortung bilden das Fundament der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV). Diese Maximen hat bereits der Gesetzgeber in den ersten Paragraphen des SGB V festgelegt – als Grundlage für ein stabiles und zukunftsfähiges Gesundheitssystem. Doch was genau beinhalten diese Prinzipien, wie bedingen sie sich gegenseitig und wo sind ihre Grenzen? Angesichts der seit Jahren sich verschärfenden Defizite in der GKV und stetig steigender Beitragssätze hat die Klärung dieser Fragen wieder an Bedeutung gewonnen.
Die derzeitige Bundesregierung versucht in zwei Kommissionen das Fundament des Sozialstaates und der Finanzierung der GKV neu zu vermessen. Bundeskanzler Friedrich Merz forderte 2025 in Ankündigung des „Herbst der Sozialreformen“, das Spannungsfeld zwischen Solidarität und Eigenverantwortung neu zu justieren, um die sozialen Systeme leistungsfähig zu halten.
Unterschiedliche Denkansätze werden seitdem diskutiert. Von der Wiederbelebung der Praxisgebühr bei jedem Arztbesuch und der Erhöhung von Zuzahlungen zur Steuerung der Leistungsinanspruchnahme auf der einen Seite oder der Erhöhung der Beitragsbemessungsgrenze zur stärkeren Belastung höherer Einkommen auf der anderen Seite. Weitere Vorschläge reichen von einer Kürzung des Leistungskatalogs bis hin zu Modellen, die das individuelle Gesundheitsverhalten stärker berücksichtigen und Prävention fördern sollen.
Doch wie sähe im Gesundheitswesen eine neue Grenzziehung zwischen Solidarität und Eigenverantwortung aus und wie wäre sie gerecht zu gestalten? Mit welchen konkreten gesundheitspolitischen Maßnahmen könnte ein ausgewogenes Verhältnis zwischen persönlicher Verantwortung und gemeinschaftlicher Solidarität gestaltet werden?
Mit unserer 33. Plattform Gesundheit zum Thema „Gesundheit gerecht gestalten – Solidarität und Eigenverantwortung neu austarieren?!“ möchten wir diesen und weiteren Fragestellungen nachgehen, zentrale Aspekte der laufenden Reformdebatten aufgreifen und unterschiedliche Perspektiven im Hinblick auf ihre Vor- und Nachteile erörtern.
Wann? Am Mittwoch, 18. März 2026, 16.00 bis 18.00 Uhr
Wo? Im Haus des Deutschen Handwerks, Anton-Wilhelm-Amo-Straße 20/21, 10117 Berlin
Programm
16.00 Uhr: Begrüßung
- Hans Peter Wollseifer, Vorstandsvorsitzender des IKK e.V.
16.20 Uhr: Gesundheitsversorgung zwischen Solidarität und Eigenverantwortung
- Prof. Dr. Stefan Huster, Leiter des Instituts für Sozial- und Gesundheitsrecht an der Ruhr-Universität Bochum
16.40 Uhr: Podiumsdiskussion
17.45 Uhr: Fazit
- Jürgen Hohnl, Geschäftsführer des IKK e.V.
Moderation: Julia Klann, freie Journalistin
Live-Stream ab 18. März, 16 Uhr: www.youtube.com/@IkkevDeBerlin

