KI-generiertes Stethoskop mit digitaler Gesundheitsschnittstelle, Teaserfoto GKV in Zahlen Effizienz im Gesundheitsheitswesen

Effizienz im Gesundheitswesen

Effizienz im Gesundheitswesen entscheidet darüber, wie gut Ressourcen genutzt, wie schnell Patientinnen und Patienten versorgt werden und wie nachhaltig ein System insgesamt funktioniert. Angesichts steigender Kosten, demografischer Veränderungen und wachsender Anforderungen gewinnt die Frage nach Effizienz zunehmend an Bedeutung.

Doch wie effizient ist unser Gesundheitssystem? Wo entstehen unnötige Ausgaben, und wo werden Potenziale nicht ausgeschöpft? Welche Rolle spielen Digitalisierung, Prävention und innovative Versorgungsmodelle? Diese Fragen stehen auch im Fokus der Diskussionsveranstaltung „Plattform Gesundheit“ des IKK e.V. im März und November 2026. Konkrete Vorschläge für effizientes Gesundheitswesen liefern der IKK e.V. und die Innungskrankassen mit ihrer Kampagne #EffizienzGesundDenken.

Stand: August 2026

Deutschland hat in Europa die höchste Anzahl an Krankenhausbetten. 2023 standen pro 1.000 Einwohnern 7,66 Betten zur Verfügung. Zum Vergleich: In Frankreich standen pro 1.000 Einwohnern 5,4 Betten und in Spanien sogar nur 2,8 Betten pro 1.000 Einwohnern zu Verfügung. 
Quelle: OECD

Für eine Auswahl von Eingriffen und Operationen, egal ob stationär oder ambulant, gibt es seit 2024 eine spezielle Vergütung, die sogenannten Hybrid-DRG. Damit sollen Anreize für mehr ambulante Operationen gesetzt werden, bei denen dies möglich ist. So liegt die Vergütungspauschale z.B. für Eingriffe am Fuß 2026 je nach Alter zwischen 1.006,54 € und 3.280,38 € ohne Nachbehandlung im Krankenhaus.
Quelle: Kassenärztliche Bundesvereinigung

Die Gesundheitsausgaben in Deutschland erreichten 2023 rund 11,7 % des BIP. Gemessen an der Wirtschaftsleistung gab Deutschland damit von allen 27 EU-Staaten den höchsten Anteil für sein Gesundheitssystem aus. Im EU-Durchschnitt lagen die Gesundheitsausgaben bei 10,0 %. Den niedrigsten Anteil verzeichnete Luxemburg mit 5,7 %.
Quelle: Statistisches Bundesamt (Destatis)

Chronische Erkrankungen wie Asthma, chronisch obstruktiver Lungenerkrankung, Herzinsuffizienz und Diabetes können in der Regel ambulant wirksam behandelt werden. Dennoch hatte Deutschland 2023 bei diesen Erkrankungen die höchste Rate (810 Aufnahmen je 100.000 Einwohner) an Krankenhausaufenthalten in Europa.
Quelle: OECD-Bericht „State of Health in the EU – Deutschland - Länderprofil Gesundheit 2025“

-2,94 : 55,15

Während immer mehr Versicherte in der gesetzlichen Krankenversicherung betreut werden, nahm das Personal der Krankenkassen in den letzten zehn Jahren um knapp 3 % ab. Im Vergleich dazu: Im Bundesministerium für Gesundheit wurde das Personal aufgestockt: Angestellte um 55,15 % und Beamtinnen und Beamte um 73,48 %.
Quelle: Zahlen, Daten, Fakten 2026 (BMG KG1; BMF Einzelplan des BMG)

Durch Digitalisierung kann die medizinische Versorgung verbessert werden. Ein Beispiel dafür sind die Telemedizin und digitale Sprechstunden. Weltweit soll sich laut Schätzungen die Anzahl der Nutzer von Online-Arztsprechstunden bis zum Jahr 2030 auf rund 143,13 Mio. Menschen erhöhen. Das wären 70 % mehr, als noch 2020 (84,27 Mio. Nutzer).
Quelle: Statista (€)

Weniger Krankenkassen bedeutet nicht automatisch weniger Kosten. Die rund 74 Mio. Versicherten in Deutschland müssen weiterhin betreut, Anträge bearbeitet, Krankengelder ausgezahlt und Beiträge eingezogen werden. Ein Blick nach Österreich zeigt, dass nach der Zentralisierung der regionalen Gebietskrankenkassen zur Österreichischen Gesundheitskasse (ÖGK) die Verwaltungskosten um 25 % gestiegen sind. Die Verwaltungsausgaben der GKV sind im gleichen Zeitraum um lediglich 7 % gestiegen. 
Quelle: 1. Bericht der FinanzKommission Gesundheit