34. Plattform Gesundheit: Besser koordiniert, besser versorgt - Zukunft Primärversorgung

Wann? 5. November 2026, 16.00 Uhr bis 18.00 Uhr

Wo? Vertretung des Saarlandes beim Bund, In den Ministergärten 4, 10117 Berlin

Monitore vor Publikum und einem Redner

Deutschland hat eines der leistungsfähigsten und zugleich teuersten Gesundheitssysteme der Welt. Trotz hoher Gesundheitsausgaben, einer überdurchschnittlichen Arztdichte und hoher Arztkontakte werden bei wichtigen Versorgungsindikatoren häufig nur mittlere Ergebnisse erreicht. An Geld mangelt es dabei nicht. Die Mittel kommen offenbar nicht dort an, wo sie am meisten bewirken. Eine zentrale Frage lautet daher: Wie können Patientinnen und Patienten künftig besser durch ein komplexer werdendes Versorgungssystem navigiert und vorhandene Ressourcen effizienter eingesetzt werden?

Die ambulante, besonders die hausärztliche Versorgung, steht vor einem strukturellen Anpassungsbedarf: Bis 2040 scheiden etwa 28.300 Hausärztinnen und Hausärzte altersbedingt aus, nur rund 25.700 rücken nach. Eine alternde Bevölkerung bringt mehr chronische Erkrankungen und mehr Koordinationsbedarf. Die politisch gewollte Ambulantisierung verlagert außerdem Leistungen aus dem Krankenhaus in die Praxen. Der Finanzrahmen wurde mit dem GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz begrenzt. 

International ist eine geordnete erste Anlaufstelle mit Steuerungsfunktion für Patientinnen und Patienten der Normalfall. Deutschland ist das einzige der untersuchten OECD-Länder ohne Registrierung, Gatekeeping und nennenswerter Selbstbeteiligung.

Die erfolgreichen Modelle haben vor allem eins gemeinsam: klare verbindliche Patientensteuerung, eine koordinierende Rolle der Primärversorgung, interprofessionelle Zusammenarbeit und zunehmend digitale Unterstützung. Für Patientinnen und Patienten wiederum sind eine bessere Behandlungskontinuität und eine höhere Qualität belegt. Vorteile liegen insbesondere in einer zielgerichteteren Versorgung, weniger Doppeluntersuchungen und höherer Behandlungskontinuität.

Das im Koalitionsvertrag verankerte „verbindliche Primärarztsystem bei freier Arztwahl durch Haus- und Kinderärzte in der Hausarztzentrierten Versorgung und im Kollektivvertrag” lässt noch viele Fragen in der Umsetzung offen. Der Zeitplan der Bundesregierung, der eine Umsetzung ab 2028 vorsieht, ist ambitioniert. Die Erfahrung anderer Länder zeigt, ein Wechsel der Versorgungslogik benötigt mehrere Legislaturperioden. 

Folgende Fragen stehen im Mittelpunkt unserer Diskussion:

  • Wie muss das geplante Primärversorgungssystem ausgestaltet werden, damit Patientinnen und Patienten zielgerichteter durch die Versorgung navigiert werden?
  • Wie kann eine stärkere Patientensteuerung gelingen, ohne die bereits knappen hausärztlichen Kapazitäten zusätzlich zu belasten?
  • Wie können interprofessionelle Zusammenarbeit, Delegation und Substitution dazu beitragen, die Primärversorgung zukunftsfest aufzustellen?
  • Welche Rolle können Digitalisierung, Telemedizin und strukturierte Ersteinschätzung – einschließlich eÜberweisung und ePA – bei Navigation und Entlastung spielen? Welche Anforderungen an die  Praxisverwaltungssysteme (PVS) müssen gegeben sein?

Zum Programm:

Johanna Nüsken, Geschäftsführerin des Bundesverbandes Managed Care e. V., hält den Impulsvortrag.

An der folgenden Podiumsdiskussion nehmen teil:  Gerd Benzmüller, Verwaltungsratsvorsitzender der IKK Südwest, Dr. Markus Blumenthal-Beier, Bundesvorsitzender des Hausärztinnen- und Hausärzteverbandes e. V., Prof. Dr. Armin Grau, MdB, Sprecher für Arbeit und Soziales der Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen, Stellvertretendes Mitglied Ausschuss für Gesundheit, Ates Gürpinar, MdB, stellvertretender Parteivorsitzender von Die Linke, Mitglied im Ausschuss für Gesundheit, und Dr. Lina Seitzl, MdB, Stellv. Sprecherin der Arbeitsgruppe Gesundheit der SPD-Bundestagsfraktion, Mitglied im Ausschuss für Gesundheit. 

Moderation: Rebecca Beerheide, Deutsches Ärzteblatt

Mehr entnehmen Sie bitte dem untenstehenden Einladungsflyer.

Anmeldung 

Die 34. Plattform Gesundheit wird per Live-Stream auf dem IKK e.V.-Youtube-Kanal übertragen. Eine Anmeldung ist nicht nötig. 

Der IKK e.V. ist die Gemeinsame Vertretung der Innungskrankenkassen auf Bundesebene. Der Verein wurde 2008 gegründet mit dem Ziel, die Interessen seiner Mitglieder und deren Versicherten gegenüber allen wesentlichen Beteiligten des Gesundheitswesens zu vertreten. Die Innungskrankenkassen stehen für fünf Millionen Versicherte.

Portraitfoto Iris Kampf, Leitung Kommunikation / Pressesprecherin IKK e.V.

Leitung Kommunikation / Pressesprecherin

Iris Kampf

+49 30 202491-32